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Abschluss des STEPS-Projekts: Drei erfolgreiche Industrie 4.0-Lösungen für KMU

Fahrerlose Transportsysteme fahren autonom und beliefern in der intelligenten Produktion automatisch die Arbeitsplätze mit Materialien. © TOPSTAR GmbH

Screenshot des Assistenten zur Angebotserstellung bei introbest. © RapidMiner GmbH

Das Staplerleitsystem bei Huppertz MSP macht die Logistik smart. © MSP Material Synchronisation and Packaging GmbH

Die STEPS-Projektverantwortlichen von RIF e. V.: Fabian Nöhring, Prof. Dr. Jochen Deuse und René Wöstmann (v.l.n.r.). © NIRO e. V.

Zielgerichtete Einführung von Industrie 4.0 mit individuellen Anwendungsszenarien

Das Verbundprojekt „STEPS – Sozio-Technische Gestaltung und Einführung Cyber-Physischer Produktionssysteme in nicht F&E-intensiven Unternehmen“ wurde am 30. Oktober 2018 mit der Präsentation der Ergebnisse nach drei Jahren Laufzeit abgeschlossen.
Die zielgerichtete Einführung von Lösungen aus dem Umfeld der Industrie 4.0 stand im Fokus des Projekts, das als wesentlichen Ansatz den Dreiklang von Mensch, Maschine und Organisation beinhaltet und die sozio-technischen Schnittstellen bei der Gestaltung der Industrie 4.0 in den Mittelpunkt stellt.
Beim RIF e.V. in Dortmund, das die Projektleitung inne hatte, konnte das interessierte Publikum mehr darüber erfahren, welche Ziele STEPS verfolgte und welche drei Anwendungsszenarien für Cyber-Physische Produktionssysteme im Rahmen des Projekts erfolgreich realisiert werden konnten.
Sehr praxisnah berichteten Vertreter der beteiligten Unternehmen über die jeweiligen Lösungen.

Topstar setzt fahrerlose Transportfahrzeuge ein

Der Sitzmöbelhersteller Topstar in Langenneufnach bei Augsburg stattete eine komplette Produktionslinie mit fahrerlosen Transportfahrzeugen aus (die englische Abkürzung dafür lautet AGV – Automated Guided Vehicle). Damit hat die intelligente Produktion in dem familiengeführten Mittelstandsunternehmen Einzug gehalten: Die erforderlichen Materialien werden neuerdings von automatisch gesteuerten Fahrzeugen an die entsprechenden Arbeitsplätze transportiert. Schwer heben und Einzelteile über längere Wege selbst tragen, das gehört für die Mitarbeiter dieser Produktionslinie der Vergangenheit an.

introbest nutzt Datamining

Für den Elektronik-Dienstleister introbest aus Fellbach wurde auf der Grundlage von Data Mining ein Assistent zur effizienteren Angebotserstellung entwickelt, der auch bei individuellen Kundenanfragen funktioniert.
Durch die Umsetzung eines nutzerfreundlichen IT-Werkzeugs lassen sich große Datenbestände durch Verfahren der Datenanalyse verwerten. Die angefragten Bauelemente werden aus einer internen Datenbank herausgesucht und mit Preis- und Lieferzeit-Informationen aus Online-Katalogen angereichert, um zeitnah Angebote erstellen zu können. So wird die Vielzahl unterschiedlicher einzelner Komponenten einer Anfrage mit Hilfe des datenbankbasierten Assistenten wesentlich schneller und übersichtlicher verarbeitet und abgeglichen. Zuvor hat ein Mitarbeiter einzeln mühselig die einzelnen angefragten Elemente mit den lieferbaren Varianten abgleichen müssen, was ohne umfassendes Fachwissen kaum möglich ist. Hier übernimmt der Online-Assistent monotone und zeitintensive Aufgaben und unterstützt zusätzlich mit Vorschlägen.

MSP Huppertz mit möglichst papierloser Ein- und Auslagerung

Der Ersatzteillogistiker und -verpacker MSP Huppertz aus Köln strebte eine möglichst papierlose Ein- und Auslagerung der Ware an. Daher wurde eine smarte Logistiklösung durch den Einsatz von Staplerleit- und Werkerassistenzsystemen entwickelt. Tablets am Gabelstapler und für die Arbeitsplätze in der Halle ermöglichen in der Logistik eine einfache und übersichtliche Ein-und Auslagerung der Ware. Der Staplerfahrer erhält eine Übersicht mit allen Details zu dem jeweiligen Auftrag direkt auf den Bildschirm, strukturiert durch eine Prioritätenliste. Zudem sind die Standorte und Tische angegeben, die für die einzelne Ein- bzw. Auslieferung relevant sind. Ohne zusätzliche Papierausdrucke kann die Ware verwaltet und kommissioniert werden.

Im Anschluss an die Präsentationen war die Besichtigung der STEPS-Demonstratoren sowie weiterer
Industrie 4.0-Demonstratoren des RIF e.V. möglich.

Die drei individuellen Beispiele für umgesetzte Anwendungsszenarien zeigen, dass für jedes Unternehmen Lösungen im Umfeld von Industrie 4.0 sinnvoll und auch umsetzbar sind. Schrittweise und zielgerichtet sind Cyber-Physische Produktionssysteme auch für KMU von hoher Relevanz: Der wirtschaftliche und beschäftigtenorientierte Einsatz der neuen technologischen Möglichkeiten vermag die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit zu steigern.
Immer wieder gibt es neue Förderprojekte, bei denen sicherlich auch NIRO-Mitgliedsunternehmen je nach Projekt von der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis profitieren können.

Nähere Informationen zum STEPS-Projekt finden Sie unter www.steps-projekt.de/das-projekt/steps/