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Workshop 3 im Projekt NaLiMa zum Thema Umwelt

Umweltaspekte spielen eine bedeutende Rolle im Nachhaltigkeitsbericht. Grundsätzlich stellt sich die Frage, wie Unternehmen die Nutzung von natürlichen Ressourcen reduzieren können. Bildquelle: NIRO e. V.

Wenn man an Nachhaltigkeit denkt, geht es immer auch um unsere Umwelt. Die ökologischen Aspekte standen im Fokus des dritten Workshops im Rahmen des Projektes.

Bereits zu Beginn des dritten Workshops, der am 9. und 10. März 2022 online stattfand, stellte DNK-Schulungspartnerin Elke Vohrmann den Teilnehmer*innen eine entscheidende Frage: Wie dringend müssen die Interessen der Natur berücksichtigt werden? Auf den Punkt gebracht: Welche Konsequenzen ziehen wir aus dem fortschreitenden Klimawandel und inwiefern können Unternehmen die Nutzung natürlicher Ressourcen beeinflussen?
Alle Teilnehmer*innen formulierten klar, dass sie auf einer Skala von 1 bis 10 sehr dicht an 10 votieren würden, um höchste Dringlichkeit kenntlich zu machen. Im Unternehmensumfeld wird die Dringlichkeit allerdings noch nicht immer so hoch eingestuft. Hier existieren gravierende Unterschiede bei produzierenden Unternehmen oder z. B. Handelsunternehmen. Dringlich ist es unbestritten, sich mit Umweltaspekten im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichtes näher zu beschäftigen.

Im Rahmen des „Nachhaltiges Lieferantenmanagement nach DNK-Standard – ein Einkaufspool auf dem Weg zum Nachhaltigkeitsbericht“ (kurz NaLiMa) bereiten sich die NIRO-Lieferanten gemeinsam auf die Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts nach Standard des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) vor.
Im dritten Workshop ging es um den Berichtsteil zum Bereich Umwelt, der sich auf ökologische Fragestellungen konzentriert. Unternehmen müssen sich damit auseinandersetzen, welche natürlichen Ressourcen sie in welchem Umfang nutzen und ob sie sich Ziele zur Reduzierung gesetzt haben. Zudem ist eine Bilanzierung und weitergehend Reduzierung von Treibhausgasen vorgesehen.
Drei Kriterien greifen die Umweltthematik auf.
Die Inanspruchnahme von natürlichen Ressourcen wird im ersten Kriterium geklärt. Dabei geht es um die Nutzung von Materialien, Wasser, Boden und Luft sowie deren Verschmutzung durch Emissionen und Abfall. Der gesamte Geschäftsbetrieb wird unter die Lupe genommen. Es zählen Materialien dazu, die in Unternehmensprozesse einfließen – wie z. B. Kraftstoffe für den Fuhrpark –, oder direkt genutzt werden, so z. B. Boden als Fläche für Lagerhallen. Auch Ökosystemdienstleistungen sind hier zu berücksichtigen. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn Grundwasser als Teil eines Kühlsystems genutzt wird.
Ein weiteres Kriterium behandelt das Ressourcenmanagement in den Unternehmen. Ihm kommt eine Schlüsselrolle zu. Qualitative und quantitative Ziele sollen die Unternehmen für ihr ressourceneffizientes Wirtschaften formulieren: Wie sieht es mit dem Einsatz erneuerbarer Energien aus? Lässt sich die Rohstoffproduktivität steigern, die Inanspruchnahme von Ökosystemdienstleistungen hingegen verringern? Der verantwortungsvolle Umgang mit den natürlichen Ressourcen kann sich für Unternehmen als finanzieller Vorteil herausstellen: Kosteneinsparungen sind in unterschiedlichen Bereichen möglich und die Maßnahmen zur Energieeinsparung werden teilweise staatlich gefördert.
Das dritte Kriterium zum Themenkomplex Umwelt legt den Fokus auf Klimarelevante Emissionen. Unternehmen müssen Verantwortung für ihre Emissionen übernehmen und sollen sie drastisch reduzieren, um den aktuell größten Herausforderungen im Zuge des Klimawandels zu begegnen. Die Treibhausgas-Emissionen müssen offengelegt und die Ziele zur Reduzierung benannt werden. Es gibt unterschiedliche Standards wie z. B. das Greenhouse Gas (GHG) Protocol, die als Richtlinien fungieren. Geeignete Tools dienen als Bilanzierungsrechner. Auch die Effizienz-Agentur (EFA) NRW bietet mit „ecocockpit“ eine kostenfreie Möglichkeit an.
Eine Herausforderung für einige der teilnehmenden Unternehmen wird sein, für mehrere Standorte die erforderlichen Daten zusammen zu tragen, um eine Bilanz zu erstellen. Einige Unternehmen sind lediglich Mieter und haben eher wenig direkten Einfluss auf die Art der genutzten Energie oder können keine eindeutigen Ziele formulieren, wie die Ressourcennutzung reduziert werden könnte. Die grundlegenden Fragestellungen und Herausforderungen, die im Bereich Umwelt relevant sind, wurden im Workshop herausgearbeitet.

Der vierte und letzte Workshop „Gesellschaft“ wird am 6. April 2022 in Präsenz stattfinden und viele Teilnehmer*innen freuen sich darauf, zum Ende der gemeinsamen inhaltlichen Arbeit in Workshops ihre Mitstreiter*innen in Sachen Nachhaltigkeit persönlich kennenzulernen.