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NIRO Workshop untersuchte den Nutzen eines Exoskeletts beim IPS

Ein Teilnehmer des Workshops testet das Exoskelett.

Ziemlich unscheinbar, aber beim Heben durchaus eine Hilfe: ein Teilnehmer mit dem Exoskelett in Aktion.

Lukas Stankiewicz und Alexander Borowy (v. l. n. r.) vom IPS stellten das Motion-Capture-System vor.

Ein herzliches Dankeschön an Vanessa Weßkamp und Florian Hoffmann vom IPS für die inhaltliche Gestaltung und Leitung des Workshops.

Das Institut für Produktionssysteme (IPS) an der Technischen Universität Dortmund unterstützt NIRO mit interessanten Themen aus dem Umfeld der Industrie 4.0.

Am 17. Februar 2020 lud das IPS NIRO zu einem Workshop ein, der mögliche Anwendungsfelder für Exoskelette in Produktion und Logistik näher betrachtete.

 

Nach einer kurzen Vorstellung des IPS und einer Einführung in das Thema war Ausprobieren ausdrücklich erlaubt: Die rund 20 Teilnehmer*innen konnten an diesem Nachmittag ein Exoskelett selbst anziehen und testen. Berichtet wird darüber häufiger, nun ging es um konkreten Nutzen, individuelle Erfahrungen und Einschätzungen.

Exoskelette werden außen am Körper getragen. Die Stützgestelle wirken mechanisch auf den Körper ein und entlasten in erster Linie das menschliche Muskel-Skelett-System. Je nach Exoskelett-Typ werden unterschiedliche Körperregionen entlastet. Sie ermöglichen bestimmte Bewegungen und sollen generell Körperbewegungen erleichtern oder unterstützen sowie Schädigungen reduzieren. Dies kann in erster Linie beim Heben schwerer Lasten helfen oder das Arbeiten in ergonomisch kritischen Positionen verbessern. Vorteile liegen in der Vorbeugung von Verletzungen, reduzierten Fehlzeiten, besserem Arbeitskomfort oder auch in erhöhter Produktivität und Qualität.
Seit 2015 werden Exoskelette in der Industrie verwendet, auch in der Medizintechnik hat sich die Technologie etabliert. Die Entwicklung „intelligenter“ Exoskelette schreitet voran.

Viele Teilnehmer*innen legten das Exoskelett – das „Paexo“ von der Firma Ottobock – an und die Testrunde brachte erste Erfahrungsberichte: Das Tragen des Stützgerüsts wurde – zumindest für die kurze Testzeit – nicht als unangenehm empfunden und unterstützte Überkopfarbeit. Generell sind die Einsatzmöglichkeiten jedoch noch begrenzt und es muss das richtige Exoskelett für den jeweiligen Anwendungsfall ausgewählt werden. Für spezielle Anforderungen, wie sie einige Teilnehmer*innen aus ihrer Unternehmenspraxis schilderten, sind die Systeme aktuell nur eingeschränkt geeignet.
Ergänzend stellte das IPS ein Motion-Capture-System vor, das mit einer ausgefeilten Sensoren-Ausstattung Bewegungsabläufe analysiert und Wegstrecken aufzuzeichnen vermag. Die Tracking-Ergebnisse können für unterschiedlichste Zwecke genutzt werden.

Anschließend wurden in Kleingruppen die Chancen und Risiken der Exoskelett-Technologie diskutiert. Die Teilnehmer*innen haben zum großen Teil erwartet, dass Exoskelette in ihrer Entwicklung für den Einsatz in der Produktion bereits weiter entwickelt sind und sie insgesamt mehr Unterstützungsmöglichkeiten bieten. Hier warten noch zahlreiche Anwendungspotenziale auf eine konkrete Umsetzung in der industriellen Produktion oder auch im Handwerk. Generell sind die Ansprüche an derartig unterstützendes System sehr hoch und reichen von geringem Gewicht bis hin zu hohem Tragekomfort, um die Akzeptanz des Tragenden zu erlangen. Eine große Rolle spielt die einfache und problemlose Handhabung sowie die Lebensdauer des Exoskeletts. Entscheidend für den Einsatz werden die entstehenden Kosten in Abwägung zum Nutzen sein.

Insgesamt fand das Thema sehr großes Interesse bei den Teilnehmer*innen und auch das vom IPS geplante Forschungsprojekt „Systematische Nutzung von Exoskeletten in Produktion und Logistik (SyNExo)“ könnte für einige NIRO-Unternehmen in Frage kommen.

NIRO bedankt sich beim IPS und seinen Mitarbeiter*innen für diesen sehr interessanten Workshop, der den Teilnehmer*innen einen aktuellen Überblick über den Stand der Exoskelett-Technologie gab und mögliche Anwendungsfelder in ihren Unternehmen aufzeigte.