Juni Special Nachhaltigkeit: KI-Workshop für die REGIO-Jobfamilie
Im Bereich Nachhaltigkeit entwickeln sich immer genauer zugeschnittene Jobprofile. Dies war unter anderem ein Grund, warum im Projekt proWeiterbildung PLUS, das die WFG Kreis Unna gemeinsam mit NIRO durchführt, die REGIO-Jobfamilie Nachhaltigkeit ausgewählt und bearbeitet wurde. Kein Unternehmen kann in Zukunft auf Nachhaltiges Wirtschaften verzichten. Daher ist es umso wichtiger, sich frühzeitig damit zu beschäftigen, welche digitalen und (KI-) Kompetenzen Mitarbeiter*innen benötigen, um im Aufgabenbereich Nachhaltigkeit gut aufgestellt zu sein.
Das Projekt proWeiterbildung PLUS konnte eine Workshopreihe anbieten, die für die REGIO-Jobfamilien Produktion, Vertrieb/Marketing und Logistik jeweils einen vertiefenden Workshop mit spezifischen Inhalten bereithielt. An diesem Nachmittag ging es intensiv um das Thema KI und Nachhaltigkeit. Eine kleinere Gruppe von sieben Interessierten konnte mehr über nachhaltige KI-Anwendungen erfahren, konkrete Beispiele durchspielen und intensiv die Potenziale des Einsatzes von KI im eigenen Unternehmen diskutieren.
Nach kurzen Vorstellungen der noch geplanten Aktivitäten in der verbleibenden Projektlaufzeit von proWeiterbildung PLUS und den Angeboten des Zukunftszentrums KI NRW und des Mittelstand-Digital Zentrums WertNetzWerke gab es eine Vorstellungsrunde der Teilnehmer*innen.
Den Workshop leiteten die beiden Referenten Mike Tabel und Ingmar Thomas vom Mittelstand-Digital Zentrum WertNetzWerke. Sie führten zunächst in das Thema ein und gaben der Gruppe wichtige Definitionen zu Nachhaltigkeit und Künstliche Intelligenz, um ein gemeinsames Bild zu schaffen. Es ging um diverse KI-Einsatzbereiche und KI-Anwendungen in der Produktion, im Marketing sowie in der Beschaffung, die insgesamt auf Ressourcen-Effizienz zielen.
Zur Vorbereitung auf die gemeinsame Gruppenarbeit lernten die Teilnehmer*innen den Handlungsleitfaden des Fraunhofer Instituts zu Nachhaltigkeit und KI näher kennen. Der Handlungsleitfaden listet als Kreislaufmodell in einzelnen Prozessschritten die entscheidenden Arbeitspakete auf, um zu klären, ob ein KI-Projekt sinnvoll und zielführend ist. Grundsätzlich ist ein strategischer Einstieg möglich. In diesem Fall steht zunächst die Erarbeitung und Einführung einer Nachhaltigkeitsstrategie an. Daraus resultiert im nächsten Schritt die Formulierung konkreter Nachhaltigkeitsziele. Mit einer Nachhaltigkeitsanalyse und technischen Problembeschreibung ist auch ein direkter Einstieg in ein KI-Projekt möglich. Nach Prüfung der Zweckmäßigkeit eines KI-Einsatzes anhand bestimmter ökologischer, ökonomischer und sozialer Kriterien müssen die Voraussetzungen geprüft werden. Sind diese nicht erfüllbar, steht die Suche nach alternativen Lösungswegen an. In den letzten zwei Schritten erfolgt dann die Projektierung und Technologieauswahl, um schließlich an die Umsetzung des Projektes zu gehen.
Generell sollten geplante KI-Anwendungen auf den Prüfstand gestellt werden. Sie wirken sich auf mehreren Ebenen aus und gehen weit über die Errechnung eines ökologischen Fußabdrucks hinaus. Eine ganzheitliche Betrachtung, ausgewogene Bewertung und die Einbindung kontinuierlicher Verbesserungsprozesse tragen zum Erfolg bei.
In zwei Phasen arbeiteten Kleingruppen anhand hilfreicher Tabellen heraus, welche einzelnen Punkte berücksichtigt werden müssen, wenn ein KI-Projekt ansteht. Im Austausch wurde deutlich, dass KI und Nachhaltigkeit ein spannendes Thema ist, das an Relevanz gewinnt.
In bestimmten Anwendungsbereichen können KI-Anwendungen maßgeblich dabei unterstützen, Ressourcen einzusparen. Zugleich muss im Blick behalten werden, wie der Energieverbrauch von KI-Anwendungen gemessen und optimiert werden kann und welche Maßnahmen vorgesehen werden, um den Datenschutz und die Transparenz bei der Verarbeitung von Daten durch KI-Algorithmen sicherzustellen.
Der abwechslungsreiche Nachmittag öffnete zahlreiche Perspektiven auf KI und Nachhaltigkeit, die zunächst nicht an erster Stelle stehen, wenn Sinn und Zweck von KI-Anwendungen diskutiert werden.
Herzlichen Dank an dieser Stelle an die beiden Referenten, die die Komplexität des Themas anschaulich behandelten und viele Hilfestellungen und Empfehlungen mit auf den Weg gaben.
Diese Workshop-Reihe, die noch einen letzten Workshop zum Thema „Rechtsfragen der KI“ vorsieht, ist eine Gemeinschaftsinitiative des Projektes proWeiterbildung PLUS mit dem Zukunftszentrum KI NRW. Aufgrund der Projektförderung konnten die Workshops kostenfrei angeboten werden.
In Kürze stehen auch die im Projekt erarbeiteten Kompetenzmodelle für die REGIO-Jobfamilie Nachhaltigkeit hier zum Download bereit.